1. „Ich denke ständig darüber nach… aber was, wenn ich noch nicht bereit bin?“
Vielleicht kennst du das.
Du scrollst durch Sozial Media, siehst wunderschöne Hijabis, liest inspirierende Geschichten von anderen Schwestern und plötzlich kommt dieser Gedanke: „Vielleicht sollte ich auch anfangen…“
Und direkt danach kommt der ganze Zweifel.
Was, wenn ich es nicht schaffe?
>>>>>>>>>>>>>>>>>>>Was, wenn ich Fehler mache?
>>>>>>>>>>>>>>>>>>>Was sagen die anderen?
Muss ich dann plötzlich perfekt sein?
Vertrau, fast jede Schwester, die ihre Hijab Reise angefangen hat, hatte genau diese Gedanken und sogar noch schlimmere.
Weil es eine Entscheidung sein wird, wodurch sich vielleicht dein Leben schneller verändert wird als du denkst. Vielleicht wird aber auch gar nichts passieren und du lebst weiter deinen Alltag nur mit einer kleinen äußerlichen Veränderung. Beides ist nicht schlimm. Wie oft habe wir uns auf etwas eingelassen, um zu schauen wie es abläuft egal ob gut oder schlecht. Hauptsache man hat es trotzdem gesehen und kann wenigstens seine eigene Meinung dazu äußern. Es gab und es wird immer sehr viele Meinungen zur verschiedensten Themen geben. Wichtig ist aber das du deine eigene Meinung hast und dazu stehst.
2. „Muss ich perfekt sein, bevor ich ein Kopftuch trage?“
– Natürlich nicht.
Wenn wir erst perfekt sein müssten, bevor wir Allah näherkommen, würde vermutlich keine von uns jemals anfangen können.
Viele denken:
„Ich bete noch nicht regelmäßig.“
„Ich mache noch Fehler.“
„Ich bin noch nicht islamisch genug.“
oder das häufigste was ich damals gehört hatte „Wenn, dann richtig.“
Okey, aber was heißt „richtig“ in deinen Augen? Heißt das, dass man einen Niqab tragen muss und danach macht man alles richtig ? Was ist mit deinem Adab (Anstand, Manieren)? Was ist mit deinem Alltag ? Willst du jetzt von heute auf morgen jeden Tag mehrere Seiten Quran lesen? Wird es dir nicht dann doch schnell zur viel? Früher war es schwerer sich zu bedecken, weil die Modeindustrie sich nicht auf Hijabis fokusiert hat und wenn man ein passendes Geschäft gefunden hat war es zu teuer und das sah nicht mal schön aus…
Ich habe mit 10 Jahren als ich angefangen habe das genommen was ich hatte und es hieß, weil ich noch klein war „Schau erstmal nur das dein Oberteil unter dein Po kommt“ und das war auch völlig in Ordnung so für den Anfang.
Ein anderes Beispiel aus meiner Familie:
Ich habe meiner Schwester damals gesagt wo sie anfangen wollte Kopftuch zu tragen, dass sie erstmal ihre Kleidung anpassen soll, damit es ihr leichter später leichter fällt.
Nach einigen Wochen und Monaten hat die Klasse sich nicht gewundert, dass sie eines Schultages in die Klasse mir Kopftuch kam.
Wir vergessen häufig, dass vieles im Leben ein Prozess braucht bis es zum Alltag wird.
3. Was, wenn ich das Kopftuch trage und später wieder abnehme?
Ja, diese Angst hält so viele zurück.
Viele sagen sich:
„Lieber gar nicht anfangen, als später das abzulegen.“
Aber Schwester… genau das ist die Falle vom Teufel.
Wenn ein Baby laufen lernt und hinfällt, sagt niemand:
„Okay, das war’s. Laufen ist wohl nichts für dich.“
Es steht wieder auf.
Und genauso ist es mit unserer Hijab Reise.
Falls du strauchelst, bedeutet das nicht, dass dein vorheriger Weg wertlos war.
Jeder ehrliche Versuch zählt.
Jede Anstrengung zählt.
Jeder kleine Schritt zählt.
Inshallah.
4. Was sagen Familie und Freunde?
Ein echtes Herzensthema.
Denn oft ist nicht das Kopftuch selbst das Problem. Sondern die Angst vor den Reaktionen.
Vielleicht denkst du:
„Meine Familie versteht das nicht.“
Oder:
„Meine Freunde werden komisch reagieren oder sogar kontakt abbrechen.“
Und ja, das kann weh tun.
Sehr sogar.
Besonders wenn Menschen, die wir lieben, unsere Entscheidung nicht nachvollziehen können.
Aber hier ist eine wichtige Wahrheit:
Nicht jeder muss deinen Weg verstehen.
Dein Weg zu Allah ist zwischen dir und Ihm und glaub mir Er wird dir die nötige Kraft geben.
Manchmal bedeutet Wachstum, mutige Entscheidungen zu treffen, auch wenn andere sie nicht sofort verstehen und wenn Menschen aus deinem Leben gehen sollten wegen deinem Hijab dann hast du eine wichtige Antwort bekommen und zwar das diese Freunde dir den Weg zu Allah vermutlich erschweren werden. Vergiss nicht, wenn Alla dich liebt beschützt er dich vor dem was dir schaden würde sogar mehr als eine Mutter zu ihrem Kind tun würde, weil Allah allwissend ist.
5. Bin ich mit Kopftuch automatisch ein besserer Mensch?
Nein.
Das äußerliche ist mit dem inneren nicht immer gleich. Meist sogar sehr verschieden.
Der wahre Weg beginnt im Herzen.
Mit Aufrichtigkeit, Niyyah und dem Wunsch Allah näher zu kommen.
6. Darf ich trotzdem schön aussehen und mich schminken?
Das Kopftuch selbst macht dich schön, weil du viel Nour bekommst. Man muss verstehen, dass die Aufgabe vom Hijab ist es die Schönheiten von sich zu verdecken und den Islam zu präsentieren.
Bemühe dich dein bestes zu geben.
Hier auf dieser Welt ist alles Ergebnis orientiert und den Menschen sich die Bemühungen nicht viel wert. Bei Allah ist es umgekehrt. Er sieht deine Bemühungen und deine Kämpfe, selbst wenn das Ergebnis von dir nicht ganz stimmen sollte ist die Mühe wichtiger.
7. Muss ich meinen kompletten Kleiderschrank austauschen?
-Nicht umbedingt.
Viele setzen sich zu viel unter Druck mit der Umstellung.
Du musst nicht plötzlich alles neu kaufen.
Starte klein.
Ein schönes Basic-Tuch.
Locker sitzende Oberteile.
Schrittweise Veränderungen.
Dein Stil darf mit dir wachsen.
Vieles kann man sogar Hijab gerecht anpassen was man im Kleiderschrank hat.
8. Was, wenn andere mich verurteilen?
Leider gibt es immer wieder Menschen, die urteilen.
Manche sagen, „du machst das komplett falsch“.
Andere sagen, „du übertreibst das jetzt aber ein wenig zu sehr“.
Egal was du tust – irgendwer wird immer etwas sagen.
Und genau deshalb darf deine Entscheidung niemals von Menschen abhängig sein.
Wenn du diesen Weg gehst, dann für Allah.
9. Woher weiß ich, dass das der richtige Schritt ist?
Wenn dich dieses Thema immer wieder beschäftigt…
dein Herz immer wieder daran denkt…
du immer wieder nach Antworten suchst…
Dann ist das vielleicht kein Zufall.
Vielleicht ist es ein Ruf.
Eine Einladung.
Ein stiller Moment zwischen dir und Allah.
Und manchmal beginnt die größte Veränderung mit einem einzigen Gedanken:
„Ya Allah, wenn das gut für mich ist, erleichtere es mir.“
und bete das Istihara Gebet.
10. Was, wenn mein Chef mich deshalb kündigt oder ich keine Jobs bekomme?
Ich bin dir ehrlich. Es ist alhamdulillah nicht mehr zu schlimm heutzutage wie früher an vielen Orten wo einem das Kopftuch öfter runtergerissen wird ,aber man merkt auch das viele etwas dagegen haben und es anders rauslassen. Einige wegen Medien, andere wegen dem Auge das die was schönes sehen wollen, es dann doch nicht können. Es ist eigentlich nichts übliches wenn man versucht etwas richtig zu machen, dass man komischerweise mehr Feinde und Neider bekommt allein, dass man NUR seiner eigenen Überzeugung nachgeht.
Allah wusste ganz genau, dass Hijabis diese Probleme haben werden und trotzdem wurde sie uns gegeben, weil die Belohnung dahinter viel schöner sein wird als wir denken.





